Navigation

Neuigkeiten
Training
Termine
Verein
Presse
Know How
Aktivitäten
Bilder
Erfolge
Kontakt
Links









Sie sind Besucher Nummer
kostenloser Counter

DIE GRUNDREGELN DES JUDO


Die Kleidung
Die tradiitionelle Kleidung beim Judo ist der sogenannte Judogi. Es handelt sich hierbei um einen weißen (oder blauen) Kimono, der aus einer Jacke, einer Hose und einem Gürtel besteht. Alle drei Teile bestehen aus Baumwolle, wobei der Stoff der Jacke viel dicker ist und ihre Oberfläche genoppt / geriffelt ist. Als Unterbekleidung tragen Männer lediglich eine Unterhose, Frauen hingegen tragen zusätzlich zur Unterwäsche auch noch ein T-Shirt.
Des Weiteren wird Judo barfuß betrieben.

Am Gürtel (jap.: obi) kann man den Ausbildungsstand eines Judokas erkennen. Man unterscheidet "Schülergrade" (Kyugrade) und "Meistergrade" (Dangrade), wobei zu beachten ist, dass auch ein Dan-Träger nicht als perfekter Judoka anzusehen ist, sondern lediglich unter Beweis gestellt hat, dass er die Grundlagen der Sportart erlernt hat und fähig ist, sich selber weiterzubilden.
Die Reihenfolge der Schülergrade beim Deutschen Judo-Bund ist:

weiß-gelb 8. Kyu orange-grün 4. Kyu
gelb 7. Kyu grün 3. Kyu
gelb-orange 6. Kyu blau 2. Kyu
orange 5. Kyu braun 1. Kyu

Nach dem 1. Kyu folgt der 1.Dan, welcher durch einen schwarzen Gürtel gekennzeichnet ist. In der weiteren Folge werden die Dangrade 2 bis 5 ebenfalls durch einen schwarzen Gürtel gekennzeichnet. Ab dem 6. Dan kann statt dessen auch ein rot-weißer Gürtel getragen werden, ab dem 9. Dan ein roter Gürtel. Jigoro Kano, der als Begründer des modernen Judo das vollständige Wissen um den Sport verkörpert, trug lediglich einen weißen Gürtel, da die farbige Gürtelordnung bei Festlegung seines Judosystems noch nicht engeführt war (normalerweise ist ein weißer Gürtel ein Zeichen für einen Neuling). Dennoch unterschied auch er nach Kyu- und Dan-Graden.

schwarz 1. Dan schwarz
oder rot-weiß
6. Dan
schwarz 2. Dan schwarz
oder rot-weiß
7. Dan
schwarz 3. Dan schwarz
oder rot-weiß
8. Dan
schwarz 4. Dan schwarz
oder rot
9. Dan
schwarz 5. Dan schwarz
oder rot
10. Dan


Einen höheren Gürtelgrad erreicht man im Judo durch Erfolge. Hierbei spielen für Schüler lediglich Gürtelprüfungen eine Rolle, bei denen ein vorher eingeübtes Programm von Stand- und Bodentechniken vorgeführt werden muss. Ab den Dangraden kann man den nächst höheren Gürtel auch durch Verleihung aufgrund von Wettkampf-Leistungen oder durch allgemein besondere Leistungen um das Judo erreichen.


Das An- und Abgrüßen
Das rituelle Grüßen (jap.: rei) ist fester Bestandteil einer jeder Judoveranstaltung. Hierdurch werden gegenseitiger Respekt und eine Art von nicht-feindlicher Haltung signalisiert.
Gegrüßt wird sowohl zwischen Zweien, wie z.B. zwischen Tori (derjenige, der die Technik macht) und Uke (derjenige, der die Technik "erleidet"), als auch zwischen Sensei (Meister, Lehrer) und Schülergruppe.
Es gibt zwei verschiedene Formen, wie gegrüßt wird: im Stehen (tachi-rei) und im Knien (za-rei). Sie werden zu unterschiedlichen Anlässen angewendet:
- zu Beginn / Ende des Trainings (im Knien)
- zu Beginn / Ende eines Kampfes (im Stehen)
- zu Beginn / Ende einer Partnerübung (im Knien oder im Stehen)
- beim Betreten / Verlassen der Trainings- oder Kampffläche (im Stehen)


Das Training
Das Judotraining findet auf speziellen Matten statt, die man im Japanischen Tatami nennt, und mit denen der Trainingsort, das sogenannte Dojo ausgelegt ist. Sie bestehen größtenteils aus Reisstroh, wodurch eine besondere Stabilität beim Bewegen auf der Matte erreicht wird. Die Matten dienen einerseits dazu, Stürze abzufedern, wirken aber auch bei sonstigen Bewegungen schonend für die Gelenke. Außerdem begrenzen die Matten die Trainings- oder Kampffläche.
Das Training besteht ursprünglich aus verschiedenen Unterrichtsformen:
- Kata: Training unter Einhaltung bestimmter Bewegungsvorgaben
- Randori: freies Üben der in der Kata erprobten Techniken
- Kogi und Mondo: Vortrag und Lehrgespräch

In heutigen Judo-Sportvereinen werden die Trainingsschwerpunkte unterschiedlich festgelegt und oftmals auch ergänzt. Weitere nicht-judospezifische Trainingsinhalte sind z.B.:
- allgemeines Kraft- und Konditionstraining
- spielerische Übungen


Der Wettkampf
Da Judo auch als Kampfsport trainiert wird, ist dem Wettkampf heutzutage eine bedeutende Rolle beigemessen. Im Wettkampf erhält ein Judoka die Chance, seine durch regelmäßiges Training erworbenen Kenntnisse und Techniken im Wettstreit mit anderen Judokas anzuwenden.
Hierfür gibt es zahlreiche Turniere, die entweder privat organisiert oder von offizieller Seite eines Judoverbands ausgerichtet werden. Hierbei unterscheidet man wiederum Einzelturniere und Mannschaftsturniere.

Grundsätzlich wird bei Judoturnieren nach Geschlecht, Alter und Gewicht unterschieden. Derzeit sind die gängigen Altersklassen:
U11 - U14 - U17 - U20 - Männer / Frauen - Ü30
Die Gewichtsklassen werden bei fast jedem Turnier unterschiedlich eingeteilt.
Gekämpft wird auf Judomatten, wobei Kampffläche und Sicherheitsfläche farblich voneinander abgegrenzt sind:


Die Kampfzeit beträgt je nach Altersklasse zwischen 2 und 5 Minuten.

Ablauf:
- zweimaliges Angrüßen (außerhalb + innerhalb der Kampffläche)
- Kampf
- Bekanntgabe des Siegers
- zweimaliges Abgrüßen

Während des Kampfes bewertet der Kampfrichter die gezeigten und durchgeführten Judotechniken anhand ihres Erfolgs. Hierbei gibt es folgende Wertungen:
Yuko - Waza-ari - Ippon
Ein Yuko ist hierbei die kleine Wertung, ein Waza-ari zählt als halber Punkt, und ein Ippon schließlich als ganzer Punkt, welcher direkt den Sieg bedeutet. Je nachdem, wie gut die Technik ausgeführt wurde, wird der Kämpfer dann mit der entsprechenden Wertung belohnt.
Außerdem ist es ebenso Aufgabe des Kampfrichters, verbotene oder gefährliche Techniken zu unterbrechen und gegebenenfalls zu bestrafen. In einem solchen Fall spricht der Kampfrichter ein Shido gegen den entsprechenden Kämpfer aus. Beim ersten Mal wird der Kämpfer in der Regel lediglich ermahnt und auf das falsche Verhalten hingewiesen. Beim zweiten Shido erhält der Gegner bereits ein Yuko gutgeschrieben, beim dritten ein Waza-ari, und beim vierten Shido gegen den gleichen Kämpfer erhält der Gegner einen Ippon, wodurch der Kampf verloren ist. Zudem wird der bestrafte Kämpfer für das komplette Turnier disqualifiziert (Hansoku-make). Eine solche Disqualifikation kann jedoch auch bei Verstößen gegen die Wettbewerbsordnung (z.B. Kleidervorschriften) oder bei der Anwendung schwerer verbotener Techniken erfolgen.

Weitere wichtige Kampfrichter-Kommandos:
hajime = anfangen (wird zu Beginn des Kampfes und nach jeder Unterbrechung gerufen)
mate = warten (hierdurch wird der Kampf unterbrochen)
sore-made = bis dahin (Kampfende)
sono-mama = nicht bewegen (beide Kämpfer müssen in der momentanen Haltung verharren)
yoshi = weiterkämpfen (Kommando nach sono-mama)
osae-komi = Haltegriff (ab nun wird die Zeit gezählt, wie lange ein Kämpfer einen anderen im Festhaltegriff festhält)
toketa = Haltegriff gelöst

Die Wettkampfsprache ist japanisch. Erläuterungen zu Ermahnungen und Verwarnungen werden jedoch entweder durch bestimmte Zeichen oder zur Not auch in einer Sprache, die der entsprechende Kämpfer versteht, vorgenommen.

Zur Unterscheidung der beiden Kämpfer trägt der beim Kampfaufruf Erstgenannte entweder zusätzlich zu seinem eigenen Gürtel einen roten Gürtel (Regionalturniere) oder einen weißen Judogi (Turniere auf höherer Ebene), der Zweitgenannte trägt entsprechend zusätzlich einen weißen Gürtel oder einen blauen Judogi.

Wie kann man einen Judokampf gewinnen?
- durch eine Technik, die mit Ippon bewertet wurde
- durch zwei Techniken, die mit Waza-ari bewertet wurden
- durch einen Wertungsvorteil nach Ende der Kampfzeit
- durch eine Disqualifikation des Gegners
- durch eine Kampfrichter-Entscheidung, wenn keine Wertung vergeben wurde oder Wertungsgleichstand herrscht
- durch eine einzige Wertung, wenn nach der regulären Kampfzeit nach dem Prinzip des "Golden Score" weitergekämpft wird

Unentschieden sind im Judo höchst selten und nahezu ausschließlich bei Mannschaftskämpfen zu finden. Bei einem Unentschieden schickt der Kampfrichter beide Kämpfer durch den Ausruf Hikiwake von der Kampffläche, ohne einen Sieger bekannt zu geben.