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Was lerne ich im Judo?
Das Judo ist ein Kampfsport, der hauptsächlich aus Würfen besteht. Am Boden wird auch gekämpft, dort versucht man den Partner festzuhalten,
einen Armhebel zu machen oder ihn durch einen Würgegriff zum Aufgeben zu bringen. Im Unterschied zu Karate, Kung-Fu, Wing Chun oder Ju-Jutsu
wird im Judo eher selten geschlagen oder getreten. Tritte und Schläge können oftmals "schiefgehen" und die Verletzungsgefahr
ist für den Partner oft höher als bei Würfen.
Schlag- oder Tritttechniken, die man auch zur Selbstverteidigung einsetzen kann, werden Anfängern zunächst nicht gelehrt, sie werden erst
ins Training eingebunden, wenn die Judoka bereits ein wenig Erfahrung haben. Bei Gürtelprüfungen können Schlagtechniken erst ab dem grünen
Gürtel gezeigt werden, bei Dan-Prüfungen sind sie durchaus auch verpflichtend. Im Wettkampf sind Schläge und Tritte jedoch immer verboten!
Insgesamt wird großen Wert darauf gelegt, dass sich die Judoka, so nennt man die Menschen, die Judo machen, nicht verletzen.
Wer schon einmal von einer Mauer oder einer Treppe gefallen ist, weiß, dass das ganz schön weh tun kann. Deshalb lernt man im Judotraining als
erstes, wie man geschickt fällt, so dass man sich bei einem Judowurf nicht verletzt.
Es gibt deshalb spezielle Falltechniken, die man als Anfänger lernt: nach hinten, zur Seite und auch nach vorne.
Wenn man diese Falltechniken gut beherrscht, verletzt man sich normalerweise nicht mehr so schnell
während des Trainings oder im Wettkampf, außer dass man vielleicht mal einen blauen Fleck bekommt.
In den folgenden Videos vom Pulheimer Sport Club kann man die drei unterschiedlichen Falltechniken sehen:
Vorwärtsfalltechnik
Rückwärtsfalltechnik
Seitwärtsfalltechnik
Wichtig beim Judo ist, dass man selber üben kann, ohne dass man seinen Partner verletzt. Wenn man seinen Partnern mit Absicht weh tut, kann es
nämlich passieren, dass die keine Lust mehr haben mit einem selber zu trainieren, und schon steht man alleine da. Deshalb wird von den Trainern
sehr stark darauf geachtet, dass niemand absichtlich andere verletzt. Die allermeisten Judoka halten sich auch daran und sind zu ihren Partnern
höflich und freundlich.
Die Judo-Verhaltensregeln, die jeder einhalten soll, findet ihr auf dieser Seite:
Judo ist außerdem ein Sport, der niemanden benachteiligt. So kann ein großer Mensch genauso erfolgreich Judo machen wie ein kleiner, ein
dicker kann genauso gut sein wie ein dünner. Der Grund dafür ist, dass man für das Judo seine Muskeln, aber auch seinen Kopf braucht, um die
Kraft im richtigen Moment einzusetzen. Man lernt deshalb schon ganz früh, dass man keine Angst zu haben braucht, sondern sich nur konzentrieren
muss, und schon kann man mit der richtigen Technik fast jeden Partner werfen und besiegen.
Als Anfänger lernt man zunächst einfache Würfe, bei denen man den Partner über ein gestelltes Bein wirkt oder ihn über die eigene Hüfte
hochhebt. Dabei ist man einmal selber der Werfer, auf japanisch Tori, und einmal der Geworfene, Uke. So lernt man die Techniken
vorsichtig und korrekt zu machen, und gleichzeitig richtig zu fallen oder ihnen auszuweichen. Außerdem lernt man einige Griffe, wie man den Partner
am Boden geschickt festhalten kann.
Im Laufe der Zeit lernt man immer neue, schwierigere Würfe und auch Griffe, bei denen man am Boden den Arm des Partners hebelt, also ihn streckt
oder verdreht. Wenn man schon einiges an Erfahrung hat, lernt man auch Techniken, bei denen man dem Partner würgt, also "die Luft abdrückt", so dass der
aufgibt, also "abklopft". Wichtig ist hierbei, dass immer darauf geachtet wird, dass die Griffe nur so weit gemacht werden wie der Partner nicht
verletzt wird.
Judoka, die bereits Erfahrung im Judo gesammelt haben, erlernen häufiger auch einige Schlag- und Tritttechniken.
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